In dem nun 60 Jahre andauernden Wirken des Quantz-Collegiums hat sich ein Anliegen besonders hervorgetan. Den großen unvergesslichen Meistern der Musikgeschichte sollten auch die weniger bekannten Komponisten der Barockzeit und der Klassik gegenüber gestellt und dem Publikum zugänglich gemacht werden. Zudem ist das historische Ensemble am Hofe Friedrich II. um den Namensgeber Johann Joachim Quantz Vorbild und Verpflichtung für einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt: Die Aufführung und Darbietung der Flötenmusik der Barockzeit und der Klassik. Mit diesen beiden programmatischen Gewichtungen ist es nun gelungen, eine außerordentliche Vielfalt und Langlebigkeit mit dieser Konzertreihe zu erreichen. Mitzuhelfen, die Musik der Vergangenheit in ihrer großen Mannigfaltigkeit zu bewahren, ist ein inneres Bedürfnis des Ensembles. Die Aufführungen in der prachtvollen Sala terrena von Schloss Favorite in Zusammenwirkung mit den „historischen“ Kostümen der Musiker brachten dieser Konzertreihe ihren besonderen Ruf ein, den sie bis heute genießt, und verhalfen ihrem Bestehen nun zu historischen Dimensionen. Die Leidenschaft für sechs Jahrzehnte  andauernde Konzerttätigkeit tritt insbesondere beim Lesen der  Programme der vergangenen Dekaden hervor. Über 2000 verschiedene Werke wurden in dieser Zeit aufgeführt. In bisher 514 Konzerten (2015) wurden den weit über 50.000 Zuhörern  250 verschiedene Komponisten musikalisch vorgestellt und deren Lebensläufe im Zusammenhang der jeweiligen Zeitumstände in kleinen Texterläuterungen dargestellt. Die Darbietungen wurden bisher von 150 verschiedenen Musikern aufgeführt, die teilweise nur bei einem Konzert mitwirkten oder aber als Ensemblemitglieder die Konzertreihe durch jahre- oder jahrzehntelange Aktivität prägten. Lesen Sie doch nur einmal die Namen der vielen Komponisten und es ist nachvollziehbar, welch musikalischer Reichtum unserer Vergangenheit in diesen Konzerten zu erleben war und ist. Drei CD's sind in den Jahren entstanden.


Jahr / Anzahl der Konzerte:

Seit 1957 haben bisher 540 Konzerte stattgefunden!

1957/8 1958/8 1959/8 1960/10
1961/10 1962/8 1963/9 1964/9
1965/8 1966/9 1967/6 1968/5
1971/6 1973/4 1974/4 1975/7
1976/7 1977/6 1978/6 1979/6
1980/6 1981/8 1982/6 1983/8
1984/6 1985/8 1986/8 1987/8
1988/8 1989/9 1990/9 1991/9
1992/9 1993/12 1994/12 1995/12
1996/10 1997/11 1998/12 1999/11
2000/11 2001/11 2002/12 2003/11
2004/12 2005/12 2006/12 2007/12
2008/12 2009/12 2010/12 2011/12
2012/11 2013/12 2014/12 2015/12
2016/12 2017/12    

 

In dem nun 60 Jahre andauernden Wirken des Quantz-Collegiums hat sich ein Anliegen besonders hervorgetan. Den großen unvergesslichen Meistern der Musikgeschichte sollten auch die weniger bekannten Komponisten der Barockzeit und der Klassik gegenüber gestellt und dem Publikum zugänglich gemacht werden. Zudem ist das historische Ensemble am Hofe Friedrich II. um den Namensgeber Johann Joachim Quantz Vorbild und Verpflichtung für einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt: Die Aufführung und Darbietung der Flötenmusik der Barockzeit und der Klassik. Mit diesen beiden programmatischen Gewichtungen ist es nun gelungen, eine außerordentliche Vielfalt und Langlebigkeit mit dieser Konzertreihe zu erreichen. Mitzuhelfen, die Musik der Vergangenheit in ihrer großen Mannigfaltigkeit zu bewahren, ist ein inneres Bedürfnis des Ensembles. Die Aufführungen in der prachtvollen Sala terrena von Schloss Favorite in Zusammenwirkung mit den „historischen“ Kostümen der Musiker brachten dieser Konzertreihe ihren besonderen Ruf ein, den sie bis heute genießt, und verhalfen ihrem Bestehen nun zu historischen Dimensionen. Die Leidenschaft für sechs Jahrzehnte  andauernde Konzerttätigkeit tritt insbesondere beim Lesen der  Programme der vergangenen Dekaden hervor. Über 2000 verschiedene Werke wurden in dieser Zeit aufgeführt. In bisher 514 Konzerten (2015) wurden den weit über 50.000 Zuhörern  250 verschiedene Komponisten musikalisch vorgestellt und deren Lebensläufe im Zusammenhang der jeweiligen Zeitumstände in kleinen Texterläuterungen dargestellt. Die Darbietungen wurden bisher von 150 verschiedenen Musikern aufgeführt, die teilweise nur bei einem Konzert mitwirkten oder aber als Ensemblemitglieder die Konzertreihe durch jahre- oder jahrzehntelange Aktivität prägten. Lesen Sie doch nur einmal die Namen der vielen Komponisten und es ist nachvollziehbar, welch musikalischer Reichtum unserer Vergangenheit in diesen Konzerten zu erleben war und ist. Drei CD's sind in den Jahren entstanden.


Jahr / Anzahl der Konzerte:

Seit 1957 haben bisher 540 Konzerte stattgefunden!

1957/8 1958/8 1959/8 1960/10
1961/10 1962/8 1963/9 1964/9
1965/8 1966/9 1967/6 1968/5
1971/6 1973/4 1974/4 1975/7
1976/7 1977/6 1978/6 1979/6
1980/6 1981/8 1982/6 1983/8
1984/6 1985/8 1986/8 1987/8
1988/8 1989/9 1990/9 1991/9
1992/9 1993/12 1994/12 1995/12
1996/10 1997/11 1998/12 1999/11
2000/11 2001/11 2002/12 2003/11
2004/12 2005/12 2006/12 2007/12
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Einleitung

Zur Geschichte des Quantz-Collegiums

Die erste Gründung des Quantz-Collegiums geht auf das Jahr 1936 zurück, als der damals 22-jährige Flötist Ernst Friedrich Wilhelm Bodensohn ein Kammermusikensemble gründete und ihm den Namen des „Vaters“ der deutschen Querflötengeschichte, „Johann Joachim Quantz“ gab. Die Absicht, ein Ensemble mit dem Namen Quantz-Collegium ins Leben zu rufen, entstand bereits 1934/35 nach einem Konzertabend, an dem Bodensohn das G-Dur Konzert und Triosonaten von Quantz spielte. Damals war die Zuwendung zur Barockmusik noch keine Selbstverständlichkeit und von der Auseinandersetzung mit den historischen Vorläufern und Quellen war man weit entfernt. Am 19.2.1937, nach einem Konzertaus Anlass der Aufführung des Filmes „Fridericus - der alte Fritz“ in Reutlingen war zunächst an eine Kernbesetzung bestehend aus Flöte, Oboe und Fagott gedacht. Unter der Regie von Johannes Mayer wirkten so bekannte Darsteller wie Paul Klinger, Bernhard Minetti, Will Dohm, Paul Dahlke und Otto Gebühr mit.


Konzert mit E. Bodensohn als Friedrich II. anläßlich der Erstaufführung des Films „Fridericus - der alte Fritz“

 

Bei diesem Konzert zur Filmaufführung mimte Ernst Bodensohn den Flöte spielenden König Friedrich II. „Da die Nase etwas zu niedrig und der Rücken zu jung und gerade war, musste der Maskenbildner des Staatstheaters Stuttgart mit seiner Kunst Abhilfe schaffen. Der aufgesetzte Nasenrücken störte nicht beim Flöte blasen und der kleine „Höcker“ war durchaus keine Entstellung, eine Königsuniform jedoch war aus dem Zeughaus durch die Veranstalter nicht leihbar. Gegen den Dreispitz im geschlossenen Raum wehrte sich der „Stellvertreter Seiner Majestät„ umsonst. Die Ganzholzflöte war tonlich dem Original angeglichen...“, erinnerte sich Bodensohn später. Die Idee, Konzerte in „historischen“ Kostümen zu spielen, schien hier geboren zu sein. Einen Beginn bildeten die Proben zu dem Konzert g-Moll von Vivaldi für diese Triobesetzung. Das Cembalo sollte zu dem gut eingespielten Trio nachträglich hinzukommen. Aber der erste Gründungsversuch musste „an den Verhältnissen“ scheitern – der zweite Weltkrieg zerstörte die Pläne dieser jungen Musiker.

Bei den Ludwigsburgern Schlossfestspielen 1952.

E.Fr.W. Bodensohn, Flöte, Emil Mohr, Cembalo, Herbert Schäfer, Viola da Gamba und Hans- Hellmuth Boehm, Oboe.

 

Der zweite Anlauf zur (Wieder-) Gründung des Quantz-Collegiums stand nicht gerade unter einem günstigeren Stern. Bodensohn dazu: „Nach einem je zweijährigen eisenhaltigen Luftveränderungsaufenthalt in Rußland und Italien mit anschließender Gefangenschaft im Freien war dieser Versuch im Jahr 1946 mit Kollegen in Ludwigshafen geradezu abenteuerlich, was die Strapazen anbelangte. Bei schlechtem Gesundheitszustand, hungrig im Eisenbahn-Waggon (sprich Viehwagen) oder kaputten Personenwagen eng zusammengepresst stehend 21 Kilometer zum Dienst zuckelnd und in der Freizeit von einem Dienstzimmer zum anderen mehr wankend als wandelnd (Meldungen, Passierscheine, Autorisationen, Bezugsscheine u.s.w.) bestand schon damit keine gute Ausgangsposition. Die Bezeichnung „Quantz-Collegium“ konnte nicht gut eingebracht werden, da sie an Friedrich den Großen erinnerte, auch dann nicht, wenn der französische Offizier der Militärregierung persönlich nichts dagegen gehabt hätte. Die Bezeichnung „Reicha-Quintett“ – mit nur Bläserkollegen als Besetzung – war neutral und konnte genehmigt werden. Der gewöhnliche Arbeitstag begann meist nach vier Uhr morgens auf abgeernteten Feldern mit Ährenlesen (für alle Fälle hatte man auch eine Schere dabei) oder im Wald mit „Stumpengraben“ (ausgraben von Stockholz). An Konzerttagen mußte Holz gemacht, in Säcken gepackt und im Handwagen zum Konzertlokal gefahren werden, wo so früh wie möglich geheizt werden musste. Das Notenmaterial – zu Hause ging durch Bombenschaden etliches verloren – war durch schlechtes, privat gedrucktes Papier und in Eile geschriebene Noten ein Problem für sich. Auf Dauer war ein Konzertieren , vom Solo-Abend bis zum Quintett, unter diesen Umständen nicht möglich. Keine Kaufmöglichkeiten und die Abgeschlossenheit der Zonen zerstörten auch diese Initiative. Wenn es eine Hoffnung gab, so hieß sie vielleicht Währungsreform.“

Anfänge

 

Das Quantz-Collegium im kerzenerleuchteten Empfangssaal von Schloss Favorite zu Beginn der sechziger Jahre:

Ernst Friedrich Wilhelm Bodensohn, Flöte, Erhart Ellbogen, Cembalo, Anton Käsmeier, Violoncello und Hans-Hellmuth Boehm, Oboe.

 

Doch bis dahin vergingen noch etliche Monate, bis es 1950 zur endgültig letzten und durchgehend bestehendenWiedergründung kam. Bei Bodensohn ist nachzulesen: „Bewerbungen um Gastspiele und Abschlüsse standen im Vordergrund, also viel Schreibarbeit hin und her mit sehr unzureichenden Mitteln und Werkzeugen -natürlich alles neben einem anstrengenden Dienst im Sinfonie-Orchester des Südwestfunks Baden-Baden. Dazu galt es, auf viele Dinge zu sparen, nach und nach anzuschaffen und vorzubereiten, z.B. Stoffe für fünf Kostüme im Stil des 18. Jahrhunderts (in dieser Zeit ein Problem), Zopfperücken (auch Kunsthaar, später echtes, beides enorm teuer), Eisen- und Holzpulte mit Kerzenhaltern, acht große Kerzenständer für je zwölf Kerzen zur jeweiligen Raumbeleuchtung und diverse Kerzenleuchter, Stearinkerzen in großen Mengen, sparen, auf ein Reise-Cembalo (Neupert Spinett) und auf einen Kleinwagen (Tripelwagen, der nie herauskam), der aber nicht ausgereicht hätte, so dass 1953 ein mittlerer (Wagen) gekauft wurde. Wichtig waren auch Noten, viele Noten, die einer Spezialbearbeitung bedurften. Auch eine Nähmaschine zum Nähen der Kostüme mußte beschafft werden. Alle diese Dinge, die heute selbstverständlich sind, waren bei der damaligen Geldknappheit nur mit großen Opfern zu haben.“ 1952 konnte erneut die Proben - und Konzerttätigkeit beginnen, ein reger und erfolgreicher Start in der Besetzung Flöte, Oboe, Viola da gamba und Cembalo. Die Musiker waren neben Ernst Friedrich Wilhelm Bodensohn, Flöte, der Oboist Hans-Hellmuth Böhm, der Cellist Dr. Herbert Schäfer und am Cembalo Dr. Emil Mohr aus Speyer. Bei Bedarf ergänzten Gerhard Zeumer, Viola d‘amore, und Werner Runge, (Bass-)Violone, das Ensemble. Später kamen noch Streicher-Solisten hinzu. Im Jahr 1957 übernahm Herr Anton Käsmeier den Gamben- u. Cellopart, nachdem Herr Dr. Schäfer ausgeschieden war. Das Quantz-Collegium spielte seit 1952 mit den „Solokräften des Sinfonieorchesters des Südwestfunks“, wie es in der Zeit hieß, Konzerte in vielen deutschen Schlössern, Universitäten und Rathaussälen. Bei den Ludwigsburger Festspielen war das Ensemble über 19 Sommer lang häufig zu Gast, „... oft 2 Konzerte an einem Tag (16 u. 20 Uhr) und stets überfüllt.“


Gedränge in der Künstlergarderobe: ein groß besetztes Ensemble in den siebziger Jahren.

 

Schloß Favorite

Am 15. und 16. Juni 1957 war es dann soweit: Was bis heute währt, machte seinen Anfang. Das Quantz-Collegium spielte mit einem Bach-Programm die ersten Serenaden in Schloss Favorite. Bodensohns unermüdliches Wirken für die Festlichen Serenaden Schloss Favorite bis 1991 – die Unterstützung seiner Ehefrau Maria Bodensohn ist dabei nicht genug zu würdigen – diente vor allem einer Sache: Unbekannte Komponisten vorzustellen, zu bearbeiten, herauszugeben (in seiner eigens hierfür gegründeten Edition Bodensohn) und dem Publikum in Hunderten von Konzerten die Begeisterung für die Vielfalt der Musik mitzuteilen. Bodensohn scheute sich hierbei nicht, und das war nicht unumstritten, modernere Töne – vor allem die seiner eigenen Werke – in der Sala terrena anzuschlagen.

Das Quantz-Collegium in den achtziger Jahren

 

Grußbotschaften erreichten das Ensemble bei der Neugründung z.B. vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss (7.10.52) und von dem Dirigenten Paul Sacher, Basel (13.6.52). Auch die Verabschiedung des Bundespräsidenten Dr. Gustav Heinemann im Jahr 1974 durch die Baden-Württembergische Landesregierung in Schloss Favorite war ein denkwürdiger Tag in der Geschichte des Ensembles. Der Arzt und Musiker Dr. Emil Mohr erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Verdienstmedaille der Stadt Speyer für seine wertvollen Ehrenämter und seine seit den dreißiger Jahren ausgeübte künstlerische Tätigkeit. Aus Anlass des 30. Jahrestages der ersten Gründung des Quantz- Collegiums im Jahr 1937 erhielten die vier Mitglieder des Quartetts E. Bodensohn, B.-H. Böhm, A. Käsmeier und E. Ellbogen nach einem Festkonzert für die Deutsch-Französische Gesellschaft Rastatt vor zahlreichen Ehrengästen 1967 eine goldene Bachmedaille mit dem Zeichen des Quantz-Collegiums nebst Urkunde.

1989: Das Ensemle musiziert im Schloss Favorite zum 75. Geburtstag von Ernst Bodensohn

 

Nachfolge

Der Solo-Oboist Hans-Hellmuth Böhm wurde 1977 in seiner Eigenschaft als Lehrer für Oboe in der Musikhochschule Trossingen zum Professor ernannt. Der Soloflötist i. R. Ernst Friedrich Wilhelm Bodensohn erhielt für die Gründungen des Quantz-Collegiums und der Festlichen Serenaden Schloss Favorite sowie für seine kompositorische und verlegerische Tätigkeit 1981 die Stadtmedaille der Stadt Rastatt und 1982 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Respekt und Hochachtung vor diesem Lebenswerk regten 1991 die Nachfolger dazu an, diese Konzertreihe unter neuen Aspekte weiterzuführen. Noch mehr als zuvor spielt die Suche nach vergessenen Komponisten eine große Rolle und es werden immer wieder neue Werke entdeckt, die es wert sind, einem interessierten Publikum vorgestellt zu werden. Seit Anfang der 80-er Jahre ließ Bodensohn vermehrt junge Musiker, meist eigene Schüler, in der Konzertreihe auftreten. Im August 1982 spielte der damals 19-jährige Jochen Baier sein erstes Flötenkonzert in Schloss Favorite – bezeichnenderweise ein Konzert von Johann Joachim Quantz. Das war der Anfang einer neuen Beziehung und das Quantz-Collegium gewann einen neuen Flötisten, der dem Ensemble bis heute erhalten blieb. Ob Bodensohn schon bei der Auswahl der jungen Künstler an einen Nachfolger dachte? 1991 leitete Bodensohn im Alter von 76 Jahren zum letzten Mal die Festlichen Serenaden Schloss Favorite. Danach übergab er „seine“ Konzertreihe in die Hände der Nachfolger. Zusammen mit interessierten Konzertbesuchern und Musikern des Ensembles wurde 1992 der Verein Quantz-Collegium e.V. aus der Taufe gehoben, um die große Anzahl von Aufgaben bewältigen zu können.


Der Wechsel ist vollzogen: Eine neue Generation gestaltet die Konzerte ab Beginn der neunziger Jahre

 

Die organisatorischen Aufgaben werden bis heute von Manfred Dörge, Violine, der dem Ensemble seit 1977 angehört, und Jochen Baier gemeinsam übernommen. Die Werbung, der Programmflyer, die Pressearbeit, die Programme, die steuerlichen und finanziellen Belange des Vereines, die Betreuung und Verpflichtung der Musiker, die Probenarbeit, die Organisation des Kartenvorverkaufs, der Cembalotransport, der Bühnenaufbau, die Beleuchtung, die Vorbereitungen für den Getränkeverkauf... – all dies sind Tätigkeiten, die für die Konzertreihe zu bewältigen sind. Im Vorfeld gilt es, sich auf die Entdeckungsreise zu begeben. Der interessante aber zuweilen auch schwierige Teil ist es, Werke zu entdecken, die wenig gespielt werden. Eine Besonderheit dieser Konzertreihe ist ja, dass es sich bei den meisten der vorgetragenen Stücke um einmalige Aufführungen an den jeweiligen Konzertwochenenden handelt, die auch nach Jahren nicht nochmals wiederholt wurden. Das Aufspüren unterschiedlicher Komponisten und deren Werke gehören ebenso zur Vorbereitungsphase ebenso wie die Recherche in Bibliotheken und bei Verlagen. Ideen für die unterschiedlichen Programme sind umzusetzen und die passenden Besetzungen zusammenzustellen. Wenn dies alles geleistet ist, kann der Konzertabend beginnen und die Zuhörer können sich daran erfreuen, sich in eine ferne Zeit versetzenzu lassen (die sicherlich nicht immer so rosig war, wie sie uns erscheinen mag) und die bis heute so große Lebendigkeit der Musik zu entdecken. Das Quantz-Collegium musiziert bis heute schwerpunktmäßig Musik der Barockzeit und der Klassik in der Sala terrena von Schloss Favorite. Seit den Anfängen des Quantz-Collegiums 1952 stammten die meisten mitwirkenden Musiker aus dem Orchester des SWF Baden-Baden. Auch heute besteht der Hauptstamm der Musiker dieses Ensembles aus Mitgliedern des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Die Programme stellen immer eine Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem dar und werden in passenden historischen Kostümen präsentiert. Das Quantz-Collegium hat 1995 eine CD mit Werken des Rastatter Hofkapellmeisters Joseph Aloys Schmittbaur veröffentlicht. 1999 folgte eine CD mit Musik der Klassik, auf der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Adalbert Gyrowetz, Louis Masonneau und Franz Xaver Süssmayr zu hören sind. In den vergangenen Jahren hat sich das Ensemble immer wieder für wohltätige Zwecke gewinnen lassen. Konzerte für „terre des hommes“ und „Hope“ bleiben in Erinnerung. Nicht zu vergessen ist das Engagement der Musiker im Jahr 1999 für die Glocke der Magdalenenkapelle, dem es zu verdanken ist, dass der Klang der Glocke seitdem wieder durch den Schlosspark tönt.

Im Jahr 2000: Historische Kulisse von vor 300 Jahren für das Ensemble mit einer über 50-jährigen Geschichte.

 

Weiterentwicklung

Mit den Jahren wird der Pool der Musikerinnen und Musiker, die sich im Ensemble engagieren, immer größer.

Diese bringen unterschiedliche Erfahrungen mit und bereichern das Ensemble auf vielen Ebenen.

Die Vielfalt der  der bisher mitwirkenden Musiker/Innen kann man hier sehen.